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„Gehörsam“

Gehorsam? - „Der kleine Wille muss beizeiten gebrochen werden. Kinder müssen absoluten Gehorsam lernen.“ Das war lange Zeit weit verbreitetes Erziehungsideal. Es hat viel Unheil angerichtet. Zu oft auch musste der Gehorsam herhalten zur Disziplinierung in der Gesellschaft. Am schlimmsten im "Dritten Reich": Das "Führerprinzip" galt als Grundgesetz nationalsozialistischer Weltanschauung. Es verpflichtete nach dem Motto "Führer befiehl, wir folgen" zu blindem Gehorsam und bedingungsloser Treue bis zum Tod. Millionen Menschen hat es ins Verderben gestürzt. Im Westen Deutschlands folgte später ein Emanzipationsprozess auf der ganzen Linie mit der Abschaffung des "Gehorchens". Aber irgendwie hat man damit  das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Im Osten dagegen versuchte die nächste Diktatur, bereits im Kindergarten und in der Schule Menschen auf Gehorsam zu trimmen. Für mich, einem in der DDR Aufgewachsenen, ist "Gehorsam" immer ein Reizwort geblieben.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apg 5,29

Wie passen Gott und "gehorchen" zusammen? - Die Apostel mit Petrus waren verhaftet worden. Sie hatten sich dem Predigtverbot des Hohen Rates widersetzt. Aber ein Engel Gottes befreit sie aus dem Gefängnis. Er fordert sie auf, weiterhin  im Tempel Worte des Lebens zu verkündigen. Sie befolgen die Anweisung. Als sie zum Verhör vorgeführt werden sollen, findet man das Gefängnis fest verschlossen, aber leer. Der Hohe Rat ist zuhöchst ratlos und in großer Verlegenheit. Schließlich meldet jemand, dass die Apostel erneut im Tempel vom auferstandenen Jesus reden. Auf die Frage, warum sie gegen das strenge Predigtverbot verstoßen, antworten sie: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Im Gehorsam versteckt sich ‚hören’. Und gehorchen kommt von ‚horchen’. Hinhorchen, zuhören. Ich höre nicht zu, weil ich gezwungen werde. Ich höre auf Worte, denen ich vertrauen kann, weil eine Wirklichkeit dahintersteht, die vertrauenswürdig ist. Für die Jünger ist es Gottes Wirklichkeit. In Jesu Leben steht sie klar und vertrauenswürdig vor Augen. Sie hören auf sein Wort und geben es weiter. Deshalb können sie dem Hohen Rat so mutig entgegentreten. Jesus fordert keinen willenlosen Kadavergehorsam. Er erzwingt die Treue nicht. Ihm kann ich mit gutem Gewissen "gehorchen". Bei ihm stimmt es, bei Menschen muss ich es prüfen, ob ich ihnen Vertrauen schenken kann.

Abgesehen davon müssen wir uns einer Vielzahl von Autoritäten unterwerfen. Regeln und Gesetzen, damit das Zusammenleben funktioniert: angefangen von der Straßenverkehrsordnung über dienstliche Weisungen bis hin zu den staatlichen Gesetzen. Es geht nicht darum, menschliche Autoritäten an sich zu ignorieren. Es geht darum, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen! Wo es zum Widerspruch kommt, zum Gewissenskonflikt, da muss ich abwägen und entscheiden. Dann ist es besser, das zu tun, was Gott von mir will, als das zu tun, was Menschen fordern.

Wenn ich über das ‚o’ bei Gehorsam zwei Striche mache, wird daraus "Gehörsam". Gehörsam üben: hinhören und Gottes Willen zulassen in meinem Leben.

Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; hilf uns gehorsam wirken deine Werke;
und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke.
Lobet den Herren!
(Paul Gerhardt 1653; EG 447,8)


Ihr/euer Matthias Lorenz

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