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Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen
und will ihr Gott sein und sie sollen
mein Volk sein.

Ezechiel 37,27


Die Nähe Gottes ist oft unser Problem. Wir sehen und erkennen ihn nicht, meinen wir. Gott soll uns nahe sein, sich zeigen, damit wir leichter und klarer an ihn glauben können. Er scheint uns so fern, wir empfinden uns allein gelassen. Die Nähe Gottes ist das größte Problem des Glaubens. Nicht erst für uns, auch schon zu Zeiten der Bibel. Glaubende Menschen sind zu allen Zeiten bedrückt, wenn sie an Gottes Ferne denken. Oder an seine Verborgenheit. Dabei ist die Nähe Gottes so klar. Im Alten Testament ist Gott in seinen Geboten nahe. Gott wohnt in seinen Geboten, könnte man sagen. Wer den Feiertag heiligt,  dem ist Gott nahe. Wer kein falsches Zeugnis über andere redet, weiß sich in Gottes Nähe. Im Neuen Testament ist es Jesus und sein Geist, in dem Gott wohnt und nahe ist. In Jesus hat Gott sich besonders deutlich gezeigt. Nähe Gottes ist immer. Überall. Wenn seine Gebote geachtet werden und sein Geist der Liebe gepflegt wird. Gott kommt uns nahe durch sein Wort, wenn wir es nur hören wollen. Gott hat viele  Kleider, in die er sich hüllt. Manchmal sind wir überrascht, wie ärmlich Gott aussehen kann in einem Menschen, der der Liebe bedarf. Dann wieder sind wir erstaunt, wie prächtig sich Gottes Schöpfung zeigt  und wir nur danken können für so viel Schönheit. Gott wohnt in den Herzen, die staunen, lieben, rücksichtsvoll sind und die Erde nicht missbrauchen allein zu eigenen Zwecken. Gott lebt in Menschen, die ihn  achten in Worten und Taten. Und Gott verschwindet auch nicht, wenn Menschen die Erde verlassen und sterben. Gottes Wohnung ist nicht an die Erde gebunden. Seinen Himmel hält er bereit für alle, die darauf hoffen und darum bitten.

Ein Rabbi war zu Gast bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ – Sie lachten über ihn: „Was redest du da! Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll.“ Der Rabbi aber  beantwortete seine eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Langsam zu „kauen“ und in Ruhe zu beten:
DU unter uns? DU unser Gott? Wir DEIN Volk?
DU unser Gott! Wir DEIN Volk!
Die anderen auch! DU unter uns allen!
DU bei mir. DU mein Gott. Ich DEIN Mensch.
Ich DEIN Kind. DU Vater und Mutter. DU bei mir.
DU unter uns. DU unser Gott. Wir DEINE Kirche.
DEINE Gemeinde. DU der Herr.
Ich und wir und DU unser Gott.
DU unter uns. Wir bei DIR.
Leichtes Zelt? Festes Haus?
DU in uns. Wir in DIR.
Wirklich wahr?
Wunderbar!
Komm herein!
Bleib bei uns!
Bleib:
In Leichtigkeit und Not.
Im Lachen und im Weinen.
Im Leben wie im Tod.
Komm:
Ins verängstigte Herz.
In die verstörte Seele.
In Irrung und Wirrung.
Ins Chaos der Welt.
Sei uns nah!
Lebendiger!
Ewiger!
Christus!
DU!
Amen.

Es grüßt Ihr / euer Pfarrer Matthias Lorenz

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