Gemeindebrief Februar / März 2022

Liebe Gemeindebriefleser,

vom amerikanischen Schriftsteller Mark Twain stammt das Zitat: „Es sind nicht die Teile der Bibel, die ich nicht verstehen kann, die mich stören, es sind die Teile, die ich verstehe.“

Mir fiel dieses Zitat gleich ein, als ich den Monatsspruch vom Februar las.
Hier schreibt uns der Apostel Paulus im Epheserbrief 4,26: „Zürnt ihr, so sündigt nicht, lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“

Das macht Sinn, würde wohl fast jeder sofort sagen. Ich bin ja schon einmal sehr froh, dass uns Zorn zugestanden wird. Und wer die Bibel kennt, weiß, dass hier sogar vom Zorn Gottes die Rede ist, wenn sicher auch die Liebe und Barmherzigkeit überwiegt. Wohl aber genau darum geht es, wenn Paulus davon spricht:

„lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ -  Also lass den Tag nicht verstreichen und nimm was dich geärgert, gereizt oder verletzt hat nicht mit in die Nacht.

Warum? Nun weil es dir voraussichtlich nicht nur eine schlaflose Nacht bringt, sondern umso länger du den Zorn festhältst, er sich verfestigt. Das wir im Zorn verharren, nicht mehr Herr über ihn sind, als ihn vielmehr ausleben.  Indem ich es dem anderen heimzahlen will, an Gegebenheiten selbst verbittere. Oder gar zerstöre und andere verletze und damit tatsächlich dann schuldig werde vor Gott.

Interessanterweise wird gleich danach von Paulus vom Teufels geschrieben, dass wir ihm keinen Raum geben sollen!

Wo aber hin mit dem Ärger und Zorn? Nun, mancher geht in den Wald – auch gut, aber am besten gebe ich es im Gebet bei Gott ab.

Über wen oder was hast du dich heute geärgert? Spricht aus vor Gott. Die Sonne über dem Zorn nicht untergehen lassen, heißt damit zumindest, den Ärger im Nachtgebet vor Gott auszusprechen. Das ist doch schon mal ein Anfang.

Ich kann bestätigen, dass ich damit nur die besten Erfahrungen gemacht habe. Deshalb sind noch nicht immer gleich alle Gegebenheiten und Umstände beseitigt oder bereinigt. Aber es ist ausgesprochen, bei meinem Vater, der mein Herz kennt und versteht. Und der in seiner Barmherzigkeit tatsächlich Gegebenheiten ändern kann – und da genügt es in den meisten Fällen schon, dass mein eigener Blick geändert wird– auf mich, andere oder eben die „bösen“ Umstände.

Es ist schon eine Herausforderung und fällt uns vielleicht nicht immer so einfach, wie das mit den einfachen klaren Bibelworten eben ist. 

Aber Gottes Wort hat Verheißung und soll uns helfen auch mit Zorn richtig umzugehen.

Mit den besten Grüßen

Pfr. Frank Dregennus

 

Jahreslosung 2022

 
 

Monatsspruch 
September 2022

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Sir 1,10

Tageslosung vom 27.09.2022
Die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden stark sein und danach handeln.
Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen.
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