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Andachten

Ernte gut, alles gut?


Hosea ist ein Mann Gottes, ein Prophet, der dem Nordreich Israel wenige Jahre vor seiner Wegführung nach Babylon anschaulich vor Augen führt, wie Gott sich von seinem Volk hintergangen fühlt. Eine dramatische Geschichte: Hosea muss zum Zeichen, dass Israel mit anderen Göttern fremd gegangen ist, eine Prostituierte zur Frau nehmen. Er muss Kinder mit ihr zeugen und bei ihr bleiben und für sie einstehen, obwohl sie auch weiterhin, anderen Männern nachjagt. Denn so wie Hoseas Liebe zu ihr, so ist Gottes Liebe zu seinem Volk. Gottes Liebe ist Entscheidungsliebe. Gott steht zu seiner Entscheidung. Und er ruft sein  Volk zur Umkehr. So wie der Bauer Jahr für Jahr seinen Acker bestellt und den Samen auf Hoffnung in die Erde legt, so lässt Gott sein Wort auf den harten Herzensboden der Menschen säen.

Anruf aus New York von unserer damals noch minderjährigen Tochter: "Mutti hier gibt es nur Ausländer." Sie war verblüfft über die vielen Nationalitäten und Kulturen. Die Antwort meiner Frau: "Anne, das sind alles Amerikaner. Du bist die Ausländerin." Ich bin überall auf der Welt Ausländer, Fremder - außer im eigenen Land. Ich bin Fremder in einer anderen Gegend in Deutschland. Selbst auf dem Nachbargrundstück. Aber  wenn ich zu meinem Nachbarn komme, bin ich hoffentlich als Gast willkommen. Wo ich freundlich empfangen werde, da fühle ich mich wohl. Gastfreundschaft ist ein hohes Gut.

Im Hebräerbrief werden wir daran erinnert: Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebräer 13,2 EÜ

Was für ein schöner und wahrer Satz, diese Überschrift zum Monat Juni. Nicht auszudenken, er wäre eine Überschrift zur deutschen Willkommenskultur. Oder gar zur geforderten "deutschen Leitkultur". Da würde er wohl manche Einschränkung erfahren. „Fremder“ und „Gast" sind in den Sprachen der Bibel das gleiche Wort. Man kann daher auch übersetzen: „Vergesst nicht, fremdenfreundlich zu sein.“ Von daher ist  Offenheit für Begegnungen mit Fremden ein zentrales Gebot. Viele biblische Erzählungen berichten uns von gewährter oder erfahrener Gastfreundschaft. Und Jesus ist bekannt für seine Tischgemeinschaften mit  ganz verschiedenen Leuten. Seine Gleichnisse entwerfen Szenen von Gästen, Gastgebern und Gastmahlen. Die Liebe zu den Fremden, die offene Tür für Gäste, die Gastfreundschaft als Grundklang in der Bibel hat drei gute Gründe:
Zuallererst: Gott liebt die Fremdlinge. Ausdrücklich wird der Fremdling als Schutzbürger im Alten Israel auch gesetzlich geschützt. Zum Zweiten: Es gehört zu den Erfahrungen der Israeliten, Fremdlinge gewesen zu sein in Ägypten. Aus Dankbarkeit für das selbst erfahrene Gute soll Gastfreundschaft geübt werden. Und schließlich: Alle sind letztlich Gäste Gottes. Denn wir Menschen leben auf Gottes Erde als Gäste, nicht als  Herren und Besitzer oder gar Besatzer.
Übrigens: Das mit den "Engeln" im Monatsspruch ist gut. Engel bringen Segen ins Haus. Ich weiß, dass auch Strolche unter denen sein können, die unsere Gastfreundschaft beanspruchen. Natürlich. Aber  rechtfertigt das das Schließen aller Türen und Herzen? Rechtfertigt enttäuschtes Vertrauen, daraufhin nie mehr zu vertrauen? Um Christi willen: Nein! Misstrauen ist kein Wert. Vorsicht vielleicht, aber Misstrauen nicht. Darum wagt bitte wieder Vertrauen trotz negativer Erfahrungen. Und die Aussicht auf Engel überwältigt alles Misstrauen. Inzwischen leben meine Frau und ich zwei Jahre mit einem jungen Ehepaar Tür an Tür: Kurden aus Aleppo, der zerbombten Millionenstadt in Syrien. Sie mussten aus ihrer Heimat fliehen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig. Wir hatten keine Ahnung, wie es werden würde, wenn wir Fremde bei uns aufnehmen. Wir  wussten nicht, wer kommt. Uns war nur klar, wir wollen Gastgeber sein. Längst sind aus Fremden Freunde geworden. Es ist ein Geben und Nehmen. Wir möchten diese Erfahrung nicht missen. Gastfreundschaft ist etwas Großartiges und Wunderbares. Wie gut tut es, wenn jemand mich willkommen heißt, seine Tür für mich öffnet, vielleicht sogar auftischt, wir uns erzählen und eine gute Zeit miteinander haben können. Gastfreundschaft kann man "genießen". Kennst du solche Erfahrungen?

Ihr/ Dein Pfarrer Matthias Lorenz

Wir sitzen noch gar nicht lange im Auto; wir haben eine längere Fahrt vor uns und alle wissen das: meine Frau, meine Kinder und ich. Da kommt vonseiten unserer Kinder der Wunsch auf, das triste Sitzen, die entstehende Langeweile durch etwas Spannendes zu unterbrechen. Und da bin ich dann meistens gefragt. Highlights sind entweder eine ausgedachte Geschichte vom Stülpner Karl (z.B. wie der Stülpner Karl  beinahe zum Bauern geworden wäre oder wie er die Postkutschenräuber hinter Schloss und Riegel brachte). Eine Geschichte, die ich erzählen soll. Oder was auch gut geht, ist etwas spielen, wo wir alle mitmachen müssen. Zum Beispiel das altbekannte Spiel, welches wahrscheinlich schon der Stülpner Karl mit seinen Enkeln spielte: „Ich sehe etwas, was du nicht siehst.“ Etwas erraten und suchen, was für den einen  offensichtlich ist, für einen anderen aber noch nicht so klar. Und im Auto ist das gar nicht so einfach. Denn das was gesucht werden soll, das muss es für den, der sucht, tatsächlich auch geben. Das Spiel kann, je  nach dem, wie schwer das gesuchte Objekt versteckt ist, ganz schön schwierig werden. Man muss durchhalten können, bis man gefunden hat. Nicht aufgeben, das ist die Devise.
Um Durchhalten geht es auch im Glauben. Im Glauben an Gott. Im Glauben daran, dass er einen Plan mit dieser Welt und mit uns hat. Im Hebräerbrief gibt es so etwas wie eine Definition von Glauben: Da heißt es:

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1, LUT84)

Der Glaube ist das entscheidende Mittel, um an Gottes Realität dran zu bleiben. Glaube setzt mich in Bewegung. Denn es ist etwas zutiefst Aktives, wenn ich an Gott glaube. Weil das, was ich um mich herum sehe, für mich nur ein Teil der Wahrheit ist.  Weil ich glaube und von Herzen darauf vertraue, dass Gott nicht nur seine Hände im Spiel hat. Er hat diese Welt erschaffen und er erhält sie bis zur Stunde. Er steht nicht nur am Rande der Geschichte, sondern er ist der Herr über alles. Gottes Wirken, sein immer und zu jeder Zeit aktives Handeln steht hinter dem, was ich sehe. Und das bewegt mich. Das lässt mich nicht verzagen. Sondern es hilft mir, aktiv am  Leben teilzuhaben. Verantwortung zu übernehmen und im Vertrauen auf Gott zu handeln. Und das gilt auch, wenn ich Dinge sehe, die mich eher an Gott und an seinem  guten Willen für diese Welt zweifeln lassen. Der Glaube ist ein Nichtzweifeln an dem, was ich nicht sehe. Gott ist gut. Das Gute, das wirklich Gute kommt von Gott. Aber das sehe ich zum Teil nicht. Das, was ich sehe, hindert mich häufig sogar daran, zu glauben, dass Gott wirklich gut ist. Ich sehe schwerwiegende politische Spannungen zwischen den Mächten dieser Welt. Ich sehe kriegerische Auseinandersetzungen im Gazastreifen. Ich sehe die ungeheuer trostlose Situation für die Menschen in Syrien. Und die Welt – mich eingeschlossen – schaut zu. Nein, wir schauen nicht nur zu. Das stimmt nicht. Wir beten, und tun damit genau das, was Gott von  uns fordert. Nämlich zu glauben, ihm zu vertrauen. Als Glaubende sind wir betende Menschen. Wir bitten und flehen, wir halten Fürbitte und wir danken Gott für andere Menschen, für diese Welt, für das, was uns  vor Augen steht, wo es uns schwer fällt, zu glauben. Aber glauben, indem wir beten und damit an Gott festhalten. Zuversichtlich festhalten: Denn der Glaube ist die feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. In diesem Sinne wünsche ich uns ein mutiges Festhalten an Gottes Zusagen. Er ist treu und er ist gut. Vertrauen wir darauf.


Frank Trommler, Pfarrer

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