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Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN ...

"Das Beste, was mir passieren kann, wäre ... ." Wie würdest Du/ würden Sie den Satz ergänzen? Sicher ist eine Antwort auf diese Frage situationsbedingt und aus dem Stehgreif gar nicht so leicht zu beantworten.

Es ist das eine, für sich selbst zu sagen, was das Beste wäre. Es ist etwas anderes, das Beste für jemanden anderes zu wollen. Und doch hängt beides miteinander zusammen. Denn ich gehe davon aus, dass das, was ich selbst als das Beste empfinde, auch für andere sehr gut sein kann. Oder anders gesagt: Was wirklich gut ist, dient nicht nur mir, sondern auch anderen.

Es ist eine denkbar ungünstige Situation. Die führenden Kräfte Jerusalems und Judas sind nach Babel weggeführt worden und harren dort der Dinge. Jeremia ermutigt sie, dort am fremden Ort unter der Herrschaft Nebukadnezars eine neue Existenz aufzubauen. Sie sollen nicht verzagen. Das Volk soll vielmehr wachsen und zunehmen. Aber das ist nicht alles, was Jeremia schreibt. In seinem Brief an die führende Kräfte der Israeliten sowie an das ganze Volk lässt er ausrichten:

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29,7

Für eine fremde Stadt beten? Für die führenden Herrscher eines Volkes beten, welches nicht das Eigene ist? Und sich dann vielleicht auch praktisch für das Wohlergehen dieser Stadt einsetzen? Ja, genau. Das ist es, was Jeremia fordert im Namen des Herrn. Sich für die eigene Heimatstadt, den Heimatort einsetzen, das ist das eine. Aber sich für eine Stadt in der Fremde einsetzen, in der man unfreiwillig das Dasein fristen muss, das ist das andere. Und doch fordert Jeremia genau das.

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29,7
Das ist nicht etwa nur ein Wort an die Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Bürgermeister. Nein es ist ein Wort an die ganze Bevölkerung unserer Orte. An dich und mich. An uns. Suchet der Stadt Bestes! Setzt euch ein für euren Ort und betet für die, die leiten. Für die Gemeinderäte, die Bürgermeister und Ortsvorsteher. Betet nicht gegen dies oder jenes, sondern betet für eine gute und von Gottes Geist geprägte Entwicklung. Das Gute kommt von Gott!

Man könnte unter den heutigen Bedingungen auch sagen: Meckert nicht so viel, sondern betet vielmehr. Betet für den Zusammenhalt der Menschen in unserem Ort. Segnet und ruft Gutes von Gott her aus über unserem Ort. Setzt euch ein für Versöhnung. Setzt euch für ein Miteinander ein, welches von Achtung und Rücksicht geprägt ist. Setzt euch ein, für eine Entwicklung unseres Ortes, in dem nicht einige wenige für das Wohl und Miteinander sorgen, sondern seid selbst bereit Verantwortung zu übernehmen.

Gottes guter Geist leite uns auf diesem Weg.

Frank Trommler, Pfr.

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