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Das geistliche Wort – zum 19.4.2020, 1. Sonntag nach Ostern

Ein weiterer Sonntag ohne dass wir in der Kirche Gottesdienst miteinander feiern. Die Vergewisserung und Stärkung unseres Glaubens muss sich auf das persönliche Beten und Bibellesen beschränken bzw. den persönlichen Austausch über Telefon und Internet.

Das Osterfest war nicht überschäumende Lebensfreude, sondern zurückgezogen in der eigenen Wohnung und mit „Kontakte meiden“. Ich denke an die Jünger Jesu am 1.Tag der neuen Woche unter dem Schock der Kreuzigung Jesu und in der Angst, vielleicht dasselbe Schicksal erleiden zu müssen als „Jesus-Anhänger“.
Glücklicherweise kommt der auferstandene HERR hinein in ihre verschlossenen Stuben und „dämmert“ ihnen nach und nach, dass der gekreuzigte Jesus jetzt der von Gott aus dem Tod auferweckte und eben der auferstandene HERR ist. Kreuzigung und Tod sind Teil der Ostergeschichte. Die Ostererfahrung schließt Leid, Kreuzigung und Tod ein – bleibt aber nicht dort stehen, sondern glaubt der Osterbotschaft, die die Engel, die Frauen, die Jünger bezeugen. Und in diesem Glauben gewinnen sie Hoffnung und neuen Lebensmut, dass sie zunehmend hinaus gehen und anderen davon erzählen und es als „Gemeinschaft der Hoffenden“ miteinander leben.

Der 1. Sonntag nach dem Osterfest beschreibt das als „neu geboren“. Eine „lebendige Hoffnung“ macht den Unterschied. Sie trägt den Namen „Jesus, der Christus, ist mein HERR“. Ja, diese Hoffnung bezieht sich auf Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Und sie erkennt und bekennt in dem Auferstandenen Gott selbst. (Das „mein HERR“ als Umschreibung Gottes.) Der Spruch für diesen Sonntag aus dem 1. Petrusbrief bringt es so auf den Punkt: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres HERRN Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“

Für diese Wiedergeburt steht die Taufe. Und in der christlichen Tradition ist der 1. Sonntag nach Ostern ein besonderer Tauftermin. Und vielleicht zünden Sie ja darum ihre Taufkerze oder eben eine Kerze zum Gedächtnis ihrer Taufe an und lassen dieses Licht leuchten als Hoffnung inmitten dieser Corona-Zeit.

Schalom,
Christoph Weber

 

Osterlied 2020

Ein neues Osterlied von der methodistischen Pfarrerin Carolyn Winfrey Gillette – zu singen nach der Melodie: „Die Kirche steht gegründet“– im Evangelischen Gesangbuch Nr. 264
(Eine methodistische Hymne wie für Lutheraner „Ein feste Burg ist unser Gott“)

This Easter celebration is not like ones we´ve known.
We pray in isolation, we sing the hymns alone.
We´re distant from our neighbors – from worship leaders, too.
No flowers grace the chancel to set a festive mood.

No gathered choirs are singing; no banners lead the way.
O God of love and promise, where´s joy this Easter Day?
With sanctuaries empty, may homes become the place
we ponder resurrection and celebrate your grace.

Our joy won´t come from worship that´s in a crowded room
but from the news of women who saw the empty tomb.
Our joy comes from disciples who ran with haste to see -
who heard that Christ is risen, and then, by grace, believed.

In all the grief and suffering, may we remember well:
Christ suffered crucifixion and faced the powers of hell.
Each Easter bears the promise: Christ rose that glorious day!
Now nothing in creation can keep your love away.

We thank you that on Easter, your church is blessed to be
a scattered, faithful body that´s doing ministry.
In homes and in the places of help and healing, too,
we live the Easter message by gladly serving you.


Dies Osterfest wird nicht wie wir es gewohnt sind sein.
Wir beten jede/r einzeln und singen nur allein.
Getrennt von uns´ren Nachbarn – vom Kirchgang noch dazu.
Im Osterschmuck die Kirche – im Livestream sehn wir zu.

Es singen keine Chöre, bläst kein Posaunenchor.
O Gott der Liebe und Verheißung – der Osterjubel, wo?
Die Kirchen leer –  die Wohnung mög werden nun der Raum
zu hör´n von Auferstehung, zu spür´n des Himmels Saum.

Die Osterfreude hängt nicht von vollen Kirchen ab,
sondern dass Frauen sagen: wir sah´n das leere Grab.
Die Freude kommt von Jüngern, die rannten, um zu sehn -
die hörten: Christ ist erstanden - aus Gnade glaubten ihm.

Wir mögen uns erinnern in uns´rem Weh und Ach:
Christus litt Kreuz und Tod und aller Höllen Macht.
Doch Christus ist erstanden vom Tod am Ostertag!
Darum von seiner Liebe uns nichts mehr trennen mag.

Hab Dank, HERR, dass durch Ostern wir deine Kirche sind,
verstreut zwar, doch ein Körper, der DIR und Menschen dient.
Die Osterbotschaft leben und fröhlich sein an dir
im Dienst für uns´ren Nächsten – o HERR, das bitten wir.

Übertragung aus dem Englischen: Christoph Weber (michaelkravchuk.com)

 

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