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Andachten

„Statue einer trauernden Frau“.

Mit diesen Worten ist das Bild auf der Titelseite unterschrieben. Eine junge Frau mit gesenktem Blick. Ihr Augen sehen müde aus. Sie stützt den Kopf auf ihre Hand. Sie leidet wortlos. Ihr Blick, ihr gesamtes Wesen verrät den empfundenen Schmerz. Sie hat Abschied nehmen müssen. Von ihrem Mann? Von ihrer Mutter oder ihrem Vater? Oder gar von ihrem Kind? Wir wissen es nicht.

Dem Unergründlichen danken

September. Zeit der Ernte. Etliche Felder stehen bereits kahl. Diesmal bei geringerem Ertrag des Korns. Anhaltende Hitze und Trockenheit fordern ihren Tribut. Nichts ist selbstverständlich. September. Noch einmal nimmt der Sommer alle Kraft zusammen. Schwelgt in Farben und Düften. Gleichwohl zerrt der Wind manchmal schon an den Netzen der Spinnen. Kurz zuvor ließen die sich mit ihren Flugfäden noch tragen auf sanfteren Lüften. "Altweibersommer". Angeblich soll der Glanz der Spinnenfäden an die silbernen Haarfäden nicht mehr junger Frauen erinnern. Des Sommers hohe Zeit ist vorbei.

Ernte gut, alles gut?


Hosea ist ein Mann Gottes, ein Prophet, der dem Nordreich Israel wenige Jahre vor seiner Wegführung nach Babylon anschaulich vor Augen führt, wie Gott sich von seinem Volk hintergangen fühlt. Eine dramatische Geschichte: Hosea muss zum Zeichen, dass Israel mit anderen Göttern fremd gegangen ist, eine Prostituierte zur Frau nehmen. Er muss Kinder mit ihr zeugen und bei ihr bleiben und für sie einstehen, obwohl sie auch weiterhin, anderen Männern nachjagt. Denn so wie Hoseas Liebe zu ihr, so ist Gottes Liebe zu seinem Volk. Gottes Liebe ist Entscheidungsliebe. Gott steht zu seiner Entscheidung. Und er ruft sein  Volk zur Umkehr. So wie der Bauer Jahr für Jahr seinen Acker bestellt und den Samen auf Hoffnung in die Erde legt, so lässt Gott sein Wort auf den harten Herzensboden der Menschen säen.

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