An(ge)dacht

Gottes gute Nachricht an uns

Liebe Leser,
haben Sie gewusst, dass wir im zu Ende gehenden Jahr 2020 das 100-jährige Jubiläum der Nachrichtensendung begangen haben? Im August 1920 ging der erste Radiosender Amerikas mit gelegentlichen Nachrichtensendungen an den Start, 1922 folgte Großbritannien und 1923 Deutschland.
Seitdem sind millionenfach Nachrichten rund um den Globus geschwirrt – leider waren es in der Mehrzahl negative Botschaften, die die Hörer und Zuschauer geboten bekamen und bekommen. Manchmal möchte man am liebsten gar nichts mehr davon hören oder sehen, was schon wieder Dramatisches in der Welt oder in der näheren Umgebung passiert ist. Denn durch die zunehmende Informationsflut, die uns aus aller Welt in Sekundenschnelle erreicht, sind die Angst und das Unsicherheitsgefühl der Menschen sprunghaft angewachsen. Da eine Naturkatastrophe, dort ein Attentat, da ein Finanzskandal, hier eine Pandemie, dort eine Wahlfälschung, da eine Demo mit Ausschreitungen, hier ein Lockdown und dort eine Schweinegrippe…
Wer sucht eigentlich aus, welche Nachrichten uns erreichen? Zum einen sind die Medienanstalten und Journalisten dafür verantwortlich, die eine nicht leichte und verantwortungsvolle Aufgabe haben, aus den unzähligen Nachrichten, die wichtigsten herauszufiltern. Manchmal geht es aber auch bei dieser Auswahl um Profit oder um das Propagieren eines Zeitgeistes. Hier kommen immer wieder Lobbyisten ins Spiel, die für bestimmte gesellschaftliche Gruppen Meinungsbildung betreiben und deren Botschaften in die Welt tragen, bis sie wahrgenommen werden (ein Beispiel dafür ist die Gender-Ideologie)
In diesem Jahr werden wir Weihnachten sicher mal etwas anderes, vielleicht auch etwas bewusster feiern. Aber das, was wir feiern, hat sich nicht verändert, auch wenn die äußerem Umstände in diesem Jahr herausfordernd sein werden. Wir feiern, dass Gott eine gute Nachricht in unsere Welt gebracht hat – eine Nachricht, die in der ganzen Welt bekannt geworden ist. Es ist die Frohe Botschaft der Engel: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ (Lukas 2,10-12)
Das ist die gute Nachricht von Weihnachten, dass Gott als Jesus in unsere Welt gekommen ist, um uns zu begegnen und neues Leben zu schenken. Er ist gekommen, um zu heilen, was kaputt gegangen ist in unseren Herzen; um zu vergeben, wo wir von Schuld gefangen und geplagt sind; um Erfüllung zu schenken, die wir in unserer Welt nicht finden; um uns zu begleiten, wenn uns schlechte Nachrichten erreichen; um uns zu stärken, wenn wir schwach sind und um uns zu trösten, wen wir traurig sind.
Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, in der für eine Weile die Nachrichtensender ausgeschaltet bleiben, Sie dafür aber ihr Herz auf Empfang stellen, um Gottes gute Nachricht ankommen zu lassen.


Heiko Wetzig, im Namen aller Mitarbeiter unserer Kirchgemeinden.

 

"Das Beste, was mir passieren kann, wäre ... ." Wie würdest Du/ würden Sie den Satz ergänzen? Sicher ist eine Antwort auf diese Frage situationsbedingt und aus dem Stehgreif gar nicht so leicht zu beantworten.

Es ist das eine, für sich selbst zu sagen, was das Beste wäre. Es ist etwas anderes, das Beste für jemanden anderes zu wollen. Und doch hängt beides miteinander zusammen. Denn ich gehe davon aus, dass das, was ich selbst als das Beste empfinde, auch für andere sehr gut sein kann. Oder anders gesagt: Was wirklich gut ist, dient nicht nur mir, sondern auch anderen.

Es ist eine denkbar ungünstige Situation. Die führenden Kräfte Jerusalems und Judas sind nach Babel weggeführt worden und harren dort der Dinge. Jeremia ermutigt sie, dort am fremden Ort unter der Herrschaft Nebukadnezars eine neue Existenz aufzubauen. Sie sollen nicht verzagen. Das Volk soll vielmehr wachsen und zunehmen. Aber das ist nicht alles, was Jeremia schreibt. In seinem Brief an die führende Kräfte der Israeliten sowie an das ganze Volk lässt er ausrichten:

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29,7

Für eine fremde Stadt beten? Für die führenden Herrscher eines Volkes beten, welches nicht das Eigene ist? Und sich dann vielleicht auch praktisch für das Wohlergehen dieser Stadt einsetzen? Ja, genau. Das ist es, was Jeremia fordert im Namen des Herrn. Sich für die eigene Heimatstadt, den Heimatort einsetzen, das ist das eine. Aber sich für eine Stadt in der Fremde einsetzen, in der man unfreiwillig das Dasein fristen muss, das ist das andere. Und doch fordert Jeremia genau das.

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29,7
Das ist nicht etwa nur ein Wort an die Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Bürgermeister. Nein es ist ein Wort an die ganze Bevölkerung unserer Orte. An dich und mich. An uns. Suchet der Stadt Bestes! Setzt euch ein für euren Ort und betet für die, die leiten. Für die Gemeinderäte, die Bürgermeister und Ortsvorsteher. Betet nicht gegen dies oder jenes, sondern betet für eine gute und von Gottes Geist geprägte Entwicklung. Das Gute kommt von Gott!

Man könnte unter den heutigen Bedingungen auch sagen: Meckert nicht so viel, sondern betet vielmehr. Betet für den Zusammenhalt der Menschen in unserem Ort. Segnet und ruft Gutes von Gott her aus über unserem Ort. Setzt euch ein für Versöhnung. Setzt euch für ein Miteinander ein, welches von Achtung und Rücksicht geprägt ist. Setzt euch ein, für eine Entwicklung unseres Ortes, in dem nicht einige wenige für das Wohl und Miteinander sorgen, sondern seid selbst bereit Verantwortung zu übernehmen.

Gottes guter Geist leite uns auf diesem Weg.

Frank Trommler, Pfr.

 


 

Dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist. Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Jeremia 10,7

Zwei schwerkranke Frauen teilen sich ein Krankenhauszimmer. Bei einer von ihnen bin ich zu Besuch. Auch die Patientin im Nachbarbett hat Besuch. Um einander nicht zu stören, wird mit gedämpfter Lautstärke gesprochen. Wir beten. Kaum haben wir damit begonnen, nimmt auf einmal die Lautstärke des Gespräches neben uns deutlich zu.

Nicht, dass es Streit oder einen ähnlichen Anlass dafür gegeben hätte. Es wurde einfach nur sehr viel lauter gesprochen, als vorher. Das irritiert mich. Warum machen die das? Was werden die jetzt denken? Fühlen sich diese Leute provoziert und wollen zurück provozieren? Vielleicht haben sie negative Erfahrungen mit Gebet, Christen, Kirche gemacht? Ich versuche, gegen die Unruhe, die sich in mir breit macht anzukämpfen, mich auf das Gebet zu konzentrieren, aber es fällt mir schwer.

Szenenwechsel: Wir, eine gute Freundin und ich, betreten die Küche eines Hostels in Jerusalem. Hier sitzen bereits zwei Männer, von denen wir wissen, dass es Marokkaner muslimischen Glaubens sind. Ein kurzer Gruß, dann setzen die beiden Männer ihr intensives Gespräch fort. Nachdem wir uns ein Abendessen zubereitet haben, nehmen wir am Nachbartisch Platz und sprechen ein Dankgebet. Kaum haben wir zu beten begonnen, verstummt das Gespräch der beiden Männer. Absolute Stille! Nur unser Gebet ist zu hören. Wieder bin ich irritiert, wieder kämpfe ich gegen die Unruhe, die sich in mir breitmacht. Wieder steigen in mir Fragen auf: Was werden die jetzt denken? Was werden sie sagen? Was wird jetzt kommen?

Zurück ins Krankenzimmer. Als ich mich verabschiede ist der andere Gast bereits gegangen, die Frau im Nachbarbett ist allein. So gehe ich hinüber, um mich auch von ihr zu verabschieden und wünsche ihr Gottes Segen. Als hätte sie nur darauf gewartet, beginnt sie zu erzählen. Von ihrer Krankheit, ihren Sorgen, von dem was sie bewegt und was ihr Angst macht. Auf meine Frage, ob ich für sie beten darf kommt ihre Antwort aus tiefstem Herzen: „Ja! Bitte!“

Nun zurück in die Hostelküche: Was geschah, nachdem wir unser „Amen“ gesprochen hatten? Nichts. Wie selbstverständlich setzten die Männer ihr Gespräch fort. Sie hatten geschwiegen, während wir beteten, aus Ehrfurcht vor unserem Gebet und vor unserem Gott, dem dieses Gebet galt. Obwohl es nicht ihr Gott war.

Und wieder steigt in mir eine Frage auf: Wieso lasse ich mich so leicht von Menschen irritieren?

Mein Gott ist der allmächtige Schöpfer und Erhalter des Universums! Mein Gott ist der König der Völker, dem keiner gleichkommt, dem allein Ehrfurcht und Anbetung gebührt!

Esther Schwinger


 

 

Jahreslosung 2024

 
 

Monatsspruch April 2024

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.

1 Petr 3,15 (E)

Tageslosung vom 14.04.2024
2. SONNTAG NACH OSTERN - MISERIKORDIAS DOMINI (Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5)
Gott rüstet mich mit Kraft.
Die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
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