An(ge)dacht

“Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“   (Apg 5,29)

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,

wenn ich diesen Bibelvers lese, fällt mir sofort ein Lied ein, das ich schon vor etlichen Jahren kennengelernt und gesungen habe. Damals habe ich bei den Jugendgottesdiensten mit Theo Lehman in Chemnitz mitgearbeitet und jedes Jahr gab es ein Lied zur Jahreslosung, das von Theo Lehmann und Wolfgang Tost geschrieben wurde. Und wir haben diese Lieder meistens das erste mal in der Band gespielt. Auch unser Monatsspruch war vor einigen Jahren einmal Jahreslosung und wir haben ihn oft gesungen:

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, denn Gott ist Gott und was er will, ist gut. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, und frei ist der, der Gottes Willen tut.“

Was ist mir dabei besonders wichtig geworden? Auf zwei Dinge kommt es dabei besonders an.
Erstens: Gott ist Gott und was er will, ist gut. Was will Gott eigentlich? Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das gilt für mich, das gilt für dich, eben für alle. Egal wo jemand herkommt oder wie es jemandem geht. Gott will immer nur das Beste für dich. Dafür ist er Gott und was er will, ist gut. Auch wenn ich manchmal einen ganz anderen Plan für mein Leben habe, der Plan, den Gott für mein Leben hat, ist auf jeden Fall der Beste. Deshalb frage nach dem Willen Gottes, wenn du Entscheidungen für dein Leben treffen musst. Vertraue darauf, dass Gott immer die beste Entscheidung für dein Leben trifft.
Und da bin ich schon bei Zweitens: Frei ist der, der Gottes Willen tut. Wie erfahre ich eigentlich, was Gottes Wille für mein Leben ist? Was hilft, wenn ich nach Gottes Willen leben will? In einem alten Kinderlied heißt es: „Lies die Bibel, bete jeden Tag!“ Das könnte ich nicht besser sagen. Wenn du Gott im Gebet sagst, was du auf dem Herzen hast, was du für eine schwere Entscheidung treffen musst, dann hört er dich. Ich bin mir sicher, dass Gott jedes Gebet von dir hört, obgleich er nicht jedes Gebet sofort erhört, also beantwortet. Da brauchen wir manchmal sehr viel Geduld. Und wir müssen manchmal erfahren, dass Gott einen anderen Weg mit uns gehen will, als wir denken und uns vorstellen. Aber frei wirst du vor allem, wenn du dein Leben Gott unterordnest. So ist Gott: Gott ist Gott und was er will, ist gut. Und frei ist der, der Gottes Willen tut. Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, die Geduld, nach Gottes Willen zu fragen, und die Kraft, den Willen Gottes im Leben zu akzeptieren und umzusetzen. Es ist und bleibt so: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!
Gottes reichen Segen und vor allem bleibt gesund !

Ihr und Euer Lutz Riedel, Diakon

 

“auferstanden von den Toten“

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,

im christlichen Glaubensbekenntnis stehen und sprechen wir diese Worte: „auferstanden von den Toten“. Mir ist das die unglaublichste der Aussagen im christlichen Bekenntnis. Unglaublich im doppelten Sinn des Wortes: wie soll man dem glauben, wenn es in unserer Erfahrung und Erlebniswelt nichts Vergleichbares gibt? Wir ziehen als Verständnishilfen den Schmetterling heran, der sich aus einer „Raupe“ entpuppt. Da ist dieses unscheinbare Kriechtierchen – und es ist verwandelt in einen leuchtenden, fliegenden Schmetterling. Ein schönes Beispiel. Aber das Geschehen ist ein „natürliches“ und kreatürliches. Ein Wunder der Schöpfung. Oder wir greifen das Bild vom Samenkorn auf, das in die Erde gelegt erstirbt und eine neue Pflanze daraus wächst. Ein Wunder der Schöpfung, aber auch dieses Geschehen ist ein „natürliches“ und kreatürliches. Für uns verbindet sich mit Ostern Frühlingserleben. Auf der Südhalbkugel freilich kommt der Herbst … Die Vergleiche, so schön sie sind, „hinken“ und das macht das „auferstanden von den Toten“ so unglaublich.

Und doch steckt darin die Kernaussage christlichen Glaubens und ist es das Hoffnungswort. So unglaublich es klingt, ist es doch unglaublich schön!

Wer für Jesus die Auferstehung bekennt, muss Gott glauben, der aus dem Tod ins Leben ruft. Tatsächlich glauben und dieses Unwahrscheinlichste unserer Erfahrung zum Grund eigenen Glaubens machen und zur Perspektive über die eigene Lebenszeit hinaus. Ewigkeit ist so nicht allein ein Begriff, um Gott zu beschreiben, sondern wird zum eigenen Erwartungshorizont. Unglaublich schön auch, dass der liebende, heilende, befreiende, gewaltfreie Jesus nicht hingerichtet und im Tod bleibt, sondern in Ewigkeit lebt und in ihm Erlösung liegt. Andernfalls wäre er wohl ein tragischer Held.

Allerdings: das Unglaublichste muss ich und kann ich nur glauben. Allerdings wird der Tod als Ende der Zeit zur Tür zur Ewigkeit. Dieser Glaube möchte befreiende und ermutigende Kraft sein schon jetzt für unseren Lebensalltag. In der Gemeinschaft der Glaubenden feiern und vergewissern wir Ostern. Da kann uns jeder Sonntag eine österliche Erfahrung sein, die uns im manchmal tristen Alltag hilft zu glauben, zu hoffen, zu lieben.

Schalom, ihr

Pfarrer Christoph Weber

 

„Seid barmherzig!“

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,

2021 ein Jahr der Barmherzigkeit? Am Jahresende werden wir wissen, wie viel Barmherzigkeit im Laufe des Jahres anderen bzw. mir selbst zuteilwurde. Oder wird es viel kaltherziges Vorbeigehen, Wegschauen, Abrechnen, Einfordern geben? Gleichniserzählungen Jesu machen Barmherzigkeit anschaulich:

Da wurde jemand überfallen, niedergeschlagen, ausgeraubt, liegen gelassen. Zwei Leute, die des Wegs kommen, gehen vorüber. Erst der Dritte wendet sich zu, hilft, sorgt und bezahlt für die Pflege. Dabei war gerade der ein „Fremder“. Sein mitmenschliches Handeln ist ein Beispiel für Barmherzigkeit. (Lk.10,25-36)

Da ist jemand schuldig geworden und steht in eines anderen Schuld. Dem Bitten und Flehen begegnet der Gläubiger mit mehr als Nachsicht und Aufschub – er erlässt die Schuld. Dem entlasteten Schuldner läuft nun jemand über den Weg, der ihm etwas schuldet – und das fordert er unbarmherzig ein. Es sei doch sein Recht. Auf solch unbarmherziges Verhalten reagiert sein Gläubiger nun, indem er seinen Schuldenerlass widerruft. Oder anders herum: Wer Erbarmen erfahren hat, selbst aber unbarmherzig reagiert, verspielt seine Freiheit. (Mt.18,23-34)

Da hat der Sohn den freigebigen Partyhengst gespielt und landet in der Gosse. Sein Traum von Freiheit und Lebensgenuss hat sich verkehrt in Not und Elend und Verlassenheit. Auskömmlich leben erscheint schon überaus erstrebenswert, aber allein kommt er nicht raus aus dem Dreck. Er besinnt sich auf seinen Vater und macht sich auf zu ihm. Die Freude des Vaters über den heimgekehrten Sohn gipfelt in einem rauschenden Fest. (Lk.15,11-24)

Dem Bruder des Heimgekehrten ist nicht nach Feiern zumute. Er fühlt sich benachteiligt. Der Vater hätte nicht so barmherzig sein dürfen. (V.25-32)

Da wird des Lebens Ertrag gewogen. Viele werden als „zu leicht“ befunden. Was haben sie versäumt? Das Erbarmen. Sie haben sich den Hungernden, Frierenden, Einsamen, Kranken, Gefangenen, Fremden nicht wohlwollend zugewendet. (Mt.25,31-46) Der Wert meines Lebens bemessen nach dem Tun der Barmherzigkeit – das Jahr gibt uns wohl so manche Gelegenheit dazu.

Schalom, Ihr

Pfarrer Christoph Weber

 

Jahreslosung 2021 

Monatsspruch 
Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. 

Apostelgeschichte 5,29

Tageslosung vom 22.06.2021
Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird.
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